Gesundheitsvorkehrungen

Obwohl das tropische Klima viele Annehmlichkeiten mit sich bringt, gehören eben auch Infektionskrankheiten dazu, welche speziell in Ländern mit tropischem Klima auftreten. Die verschiedenen Krankheiten treten zwar meistens örtlich begrenzt auf und beschränken sich auf ländliche Gebiete, trotzdem sollte man sich als Reisender gründlich über die möglichen Infektionskrankheiten informieren und die geltenden Impfempfehlungen beachten. Im Folgenden sollen einige Krankheiten näher erwähnt werden.
Beachtet bitte, dass die Aufzählungen weder vollständig noch abschliessend sind. Für weitere Informationen bezüglich Krankheiten gibt es im Internet einige professionelle Seiten die das Thema ansprechen und aufklären. Des weiteren ist es sicherlich sinnvoll sich  vor einer Reise durch den Hausarzt informieren zu lassen und wenn nötig Vorkehrungen zu treffen.
Gelbfieber: Infektionsrisiko besteht in den Bundesstaaten Amapa, Acre, Amazonas, Goias, Maranhao, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Para, Rondonia und Roraima. Wer in diesen Bundesstaaten auf dem Landweg einreist, muss sich bei fehlender Gelbfieberimpfung unter Umständen einer Zwangsimpfung unterziehen. Kostenlose Gelbfieberimpfungen gibt es auf allen brasilianischen Flughäfen.

Malaria

In den Risikogebieten besteht ganzjährig ein Malariarisiko. Es gilt die Empfehlung  sich vor Mückenstichen zu schützen. Ein Notfallmedikament sollte mitgeführt werden. Dieses kann dann bei Malariaverdacht eingenommen werden.
Gebiete mit hohem Risiko:Acre, Para, Amapa, Rondonia, Amazonas, Roraima, Maranhao, Mato Grosso, Tocantins.
Gebiete mit mittlerem Risiko:In den restlichen ländlichen Gebieten, in den Aussenbezirken grösserer Städte der obengenannten Regionen und im Hinterland der Ilha Marajo
Gebiete mit geringem Risiko: Städte wie Boa Vista, Porto Velho, Manaus, Macapa, Marabu und Santarem

Dengue Fieber

Hier handelt es sich um eine tropische Viruserkrankung, die wie Gelbfieber ebenfalls durch die Aedes-Mücke übertragen werden. Nach 3 bis 7 Tagen kommt es zu malariaähnlichen, plötzlichen Fieberanstieg und Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Schüttelfrost. Aedes-Mücken brüten in häuslichen Wasserbehältern auch in städtischen Ballungszentren. Das Fieber tritt vor allem vom November bis April auf. Eine Impfung gibt es nicht.

Zika Virus

Bis vor kurzem trat der Zika-Virus eher in Afrika und Südostasien auf. Seit 2015 konnten Virus Infektionen und damit im Zusammenhang stehende Schädigungen von Föten bei Schwangeren Frauen in Lateinamerika ausgemacht werden. Deshalb erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ab 1. Februar 2016 den öffentlichen Gesundheitsnotstand internationalen Ausmasses. Der Virus wird durch Stechmücken übertragen. Die bekannt gewordenen Infektionsverläufe waren zunächst relativ milde, und nur eine von fünf infizierten Personen entwickelt Symptome: insbesondere Hautausschlag und Fieber („Zikafieber“), Gelenkschmerzen, Konjunktivitis sowie seltener Muskel- und Kopfschmerzen und Erbrechen. Da der Virus vor allem bei Föten von Schwangeren Frauen gefährlich werden kann (Mikrozephalie) ist es ratsam, sich vor einer Reise beim Arzt und in den Medien zu informieren.

Tollwut

Auch in unseren Breitengraden bekannt, sind Wildtiere und streunende Hunde ein Risikofaktor. Bei Bissen oder Kratzer sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Die dreimonatige Tollwutimpfung gibt es in Brasilien kostenlos.
Hauterkrankungen: Ursachen können Bisse von Insekten, Flöhen und Läusen sowie Pilzsporen sein, die in den Tropen dann schlecht heilen. Es soll noch kurz der Sonnenbrand angesprochen werden. In Brasilien kann man sich vor allem in Küstengebieten sehr schnell und sehr stark verbrennen. Das liegt daran, dass der ständige und angenehme Wind die Gefahr in den Hintergrund fallen lässt. Also…. immer Sonnenschutzmittel verwenden.

Essen und Trinken

Magen- und Darmstörungen bedingt durch ungewohntes Essen sind während der Brasilienreise durchaus normal.

Dort essen wo viele einheimische hingehen. Wasser nur vorbehandelt trinken. In den Hotels der Städte ist das Wasser zum Zähneputzen geeignet. Kein rohes Gemüse und keine nichtschälbaren Früchte essen. Eiscremes nur in frequentierten Eisdielen essen. In entlegenen Gebieten auf Eiswürfel in Getränken verzichten. Keine beweglichen Strassenkarren oder Strassenküchen trinken. Fleisch und Fisch sollten im allgemeinen gut durchgebraten sein. Mayonnaise und Muscheln meiden. Ausserdem wichtig ist natürlich die sorgfältige Körperhygiene.

 

Giftbisse

Nicht alle Bisse und Stiche von Tieren wie Schlangen, Fische und Insekten führen  zu Vergiftungen. Man sollte sich aber immer wieder bewusst werden, dass man sich in einem tropischen Land befindet und das Verhalten angepasst werden sollte. Tipps: Vorsicht bei dunkeln Winkeln und Nischen. In bestimmten Gebieten eher hohe Schuhe und lange Hosen tragen. Kleidung und Schuhe vor dem Anziehen ausschütteln. Beim Wandern einen Stock mitnehmen. Es ist auch nicht sehr ratsam mit der Hand in ein Gebüsch zu greifen oder durch trübes stehendes Wasser zu waten.

Im Falle, dass abseits der Städte doch mal was passieren sollte, gibt es bei Notfällen in vielen Dörfern einen Posto de Emergencia (pronto soccoro) wo Krankenschwestern oder Sanitäter/Ärzte Notversorgung und erste Hilfe leisten können.

Selbstverständlich gibt es in den Städten genügend Arztpraxen, Spitäler und Kliniken die bei Notfällen Hilfestellung leisten können. Man sollte aber immer vor einer Reise nach Brasilien abklären, ob es zu der eigenen Krankenversicherung noch eine zusätzliche Versicherung für die Reise abzuschliessen gilt. Sonst könnte es sein, dass es im Notfall zu bösen Überraschungen bei der Übernahme der Kosten kommen kann.

Zum Schluss soll nochmals auf die Informationskanäle betreffend der Gesundheitsvorsorge verwiesen werden.
Im Internet gibt es viele professionelle Links welche die oben angesprochenen Themen professionell abdecken. Eure Krankenversicherung und der Hausarzt können euch auch noch mit weiteren Informationen versorgen.